Indianisches Horoskop

Nach Ansicht der Indianer Nordamerikas verändert sich alles ständig und strebt permanent nach Vollkommenheit. So muss auch der Mensch immerzu Erfahrungen sammeln und sein Wissen vertiefen, um eines Tages in vollkommener Glückseligkeit und in völligem Einklang mit der Natur leben zu können.
Bis dahin ist das Dasein für die Indianer ein ewiger Zyklus aus Geburt, Tod und Wiedergeburt. Diesen Kreislauf stellen sie sich als so genanntes „Erdrad“ oder „Medizinrad“ vor. Darstellungen eines solchen Medizinrades findet man heute noch in Nordamerika in Form von Steinkreisen, die einen Durchmesser von bis zu 30 Metern haben und als Kultstätten dienten.

Die Elemente und die Himmelsrichtungen

Den Mittelpunkt dieses Medizinrades bildet der „Schöpferstein“, der als Lebenskraft das Rad in Bewegung halten soll. Er ist umgeben von jenen Steinen, welche die vier „Elementeklans“ verkörpern und den inneren Kreis bilden. Diese Klans geben Auskunft darüber, mit welchem Element ein Mensch verbunden ist und umfassen den Schildkrötenklan (Erde), den Froschklan (Wasser), den Donnervogelklan (Feuer) und den Schmetterlingsklan (Luft). Feuer und Luft werden mit einem männlichen Energieprinzip, Wasser und Erde mit einem weiblichen Energieprinzip assoziiert.
Im äußeren Kreis des Erdrades befinden sich vier Steine, welche die Himmelsrichtungen anzeigen. Jede der vier Himmelsrichtungen wird durch einen „Hüter des Geistes“ vertreten und durch einen Büffel, einen Kojoten, einen Adler und einen Grizzly dargestellt. Dabei handelt es sich um spirituelle Wesen, die den Menschen die Kräfte der jeweiligen Himmelsrichtung nahebringen sollen.

Die Monde und die Totems

Ebenfalls im äußeren Kreis des Medizinrades verteilen sich die Steine für zwölf „Monde“, die mit unseren Monaten vergleichbar sind. Mit jedem Mond ist entweder eine männliche oder eine weibliche Energie verbunden, wobei auf dem Erdrad stets ein Mond mit männlicher auf einen Mond mit weiblicher Energie folgt, um ein Gleichgewicht zu schaffen.
Zum Zeitpunkt seiner Geburt betritt ein Mensch das Medizinrad – und je nachdem, zu welchem Mond dies erfolgt, wird ihm eines von zwölf „Totems“ (Schutzgeistern) zugeordnet, das durch ein bestimmtes Tier symbolisiert wird und – ähnlich wie unsere Sternzeichen – dem Betreffenden typische Eigenschaften verleiht.
Die Schneegans (22.12 – 19.01) macht die Menschen relativ skeptisch gegenüber Veränderungen, obwohl sie eigentlich über eine große innere Kraft verfügen, aus der sie stets von Neuem Energie schöpfen können. Der Otter (20.01 – 18.02) macht die in seinem Mond Geborenen empfindsam und verletzlich, verleiht ihnen aber auch einen deutlich ausgeprägten Freiheitsdrang sowie jede Menge Wissbegierde, Kontaktfreudigkeit und Hilfsbereitschaft. Der Puma (19.02 – 20.03) macht die Menschen dagegen eher zu Grüblern und Einzelgängern, die seelische Verletzungen nur äußerst schwer verkraften oder gar vergessen können.
Der Habicht (21.03 – 19.04) verleiht den Menschen Mut, Unerschrockenheit und Überzeugungskraft sowie Führungsqualitäten und die Fähigkeit, Situationen richtig einzuschätzen – andererseits aber auch große Ungeduld. Der Biber (20.04 – 20.05) sorgt für Sorgfalt, Organisationstalent, Ehrlichkeit und Treue, bringt aber auch eine gewisse Verschlossenheit und ein ausgeprägtes Misstrauen mit sich. Der Hirsch (21.05 – 20.06) wiederum macht die Menschen ausgesprochen kommunikativ und kontaktfreudig, gleichzeitig aber auch ziemlich sprunghaft und in den meisten Fällen ein wenig unzuverlässig.
Der Specht (21.06 – 22.07) sorgt dafür, dass die betreffenden Menschen durch Neuerungen in ihrem Umfeld leicht aus dem Gleichgewicht zu bringen sind: Obwohl sie anderen Leuten Hoffnung und Zuversicht geben können, gelten sie selbst als das sensibelste Zeichen im Medizinrad. Der Stör (23.07 – 22.08) macht die Menschen zu geborenen Führungspersönlichkeiten, was aber so weit gehen kann, dass sie starrsinnig agieren und anderen ihre Meinung aufzwingen wollen. Dennoch gelten sie als treue und verlässliche Freunde. Der Braunbär (23.08 – 22.09) bringt praktisch veranlagte und ordnungsliebende Menschen hervor, die mit beiden Beinen fest am Boden stehen. Sie planen ihre Vorhaben sorgfältig und geben sich nicht mit halben Sachen zufrieden.
Der Rabe (23.09 – 23.10) sorgt für ehrliche und liebevolle Wesen, die trotz eines oft impulsiven Charakters großes Mitgefühl für andere entwickeln und sich daher gerne für soziale und gemeinnützige Projekte engagieren. Die Schlange (24.10 – 21.11) bringt Menschen hervor, die nicht selten von einer geheimnisvollen Aura umgeben sind und recht unnahbar wirken: Diese typischen Kopfmenschen geben selten etwas von ihrem Seelenleben preis, können andererseits aber auch sehr leidenschaftlich sein. Der Wapiti (22.11 – 21.12) schließlich sorgt für einen einfühlsamen Charakter, der sich dennoch mit erstaunlicher Vehemenz für die Gerechtigkeit einsetzt und Unrecht nicht ertragen kann.

Die Pflanzen und die Steine

Den Elementeklans, Himmelsrichtungen und Monden werden darüber hinaus auch bestimmte Pflanzen und Mineralien zugeordnet, die ebenfalls gewisse Eigenschaften symbolisieren und damit ähnliche Funktionen wie jene der Totems übernehmen können.
Bei den Pflanzen handelt es sich um Zitterpappel, Birke, Löwenzahn, Wegerich, Schafgarbe, Camasspflanze, Himbeere, Heckenrose, Königskerze, Veilchen, Schwarzfichte sowie Distel. Die Mineralien umfassen Silber, Quarz, Feueropal, Türkis, Moosachat, Chrysokoll, Eisen, Karneol, Jaspis, Amethyst, Obsidian sowie Kupfer.